Ich gehe davon aus, dass der Großteil der Leserschaft dieses Blogs einen Facebook-Account besitzt. Zugegeben: Den vollständigen Durchblick habe ich bei Facebook noch nicht. Vermutlich dürfte auch nicht allen der Unterschied zwischen Gruppen und Fanseiten klar sein. Dieser ist im Blog der Agentur schwindt-pr sehr gut beschrieben.
Mittlerweile habe ich bei Facebook auch schon drei Gruppen gegründet: Eine für unseren VfB Stuttgart Fanclub, eine für Fans des Boxenherstellers Nubert und eine für meine ehemalige Schule. Interessant finde ich die unterschiedliche Entwicklung dieser Gruppen.
Bei der Gruppe für unseren Fanclub handelt es sich um eine geschlossene Gruppe. Das heißt, nur ein bestimmter Personenkreis hat Zugang, darf lesen, schreiben oder Medien posten. Der Grund für die Gründung war ein konkreter: Die Gruppe dient zur Kommunikation zwischen den Fanclubmitgliedern und wird auch rege genutzt. Absprachen und Koordination für Unternehmungen fallen leichter und man spart sich den Betrieb eines autonomen Forums. Der Unterschied zu den anderen beiden Gruppen ist, dass sie von einem Personenkreis genutzt wird, der sich persönlich kennt.
Bei der Gruppe für die Ostertag-Realschule Leonberg sollte es den Nutzerkreis betreffend ähnlich aussehen: Die Gruppe ist zwar offen, denoch werden naturgemäß nur aktuelle & ehemalige Schüler, Lehrer und vielleicht noch Personen die sonst in irgendeiner Weise mit der Schule verbunden waren, Mitglied. Die Gruppe habe ich am 27.12. letzten Jahres gegründet. Schon kurz nach der Gründung hatte die Gruppe über hundert Mitglieder. Stand heute sind es sogar 260. Eine wirkliche Diskussionskultur ist bis jetzt allerdings nicht entstanden. Auf der einen Seite ist es ein wenig schade, auf der anderen Seite verständlich. Über was soll man diskutieren? Vermutlich sind die meisten Themen bei denen Diskussionsbedarf besteht nicht für das öffentliche Internet geeignet.
Der Nutzerkreis der Gruppe für Nubert-Boxen unterscheidet sich hinsichtlich des Nutzerkreises komplett von den anderen beiden. Mit hoher Wahrscheinlichkeit sind sich die einzelnen Mitglieder im reellen Leben noch nie begegnet. Trotzdem verbindet sie eine Leidenschaft: Highend-Audio. Allerdings ist es auch bei dieser Gruppe unwahrscheinlich, dass es zu größeren Dialogen kommen wird, schließlich betreibt Nubert selbst auf der eigenen Seite und gut funktionierendes und stark genutztes Forum.
Die große Frage ist nun: Was bringen Gruppen in Facebook? Meiner Ansicht nach werden sie in den wenigsten Fällen zur Kommunikation genutzt. Meistens dienen sie mehr zum "Labeling" um zu zeigen "ich gehöre auch dazu". Diese Behauptung beruht nicht nur auf meine Erfahrungen mit den von mir gegründeten Gruppen, sondern auch mit den anderen in denen ich Mitglied bin. Ich bin aber der Meinung, dass beides seine Berechtigung hat: Einerseits die Diskussion, andererseits die reine Mitgliedschaft zum Zwecke der Interessendarstellung. Auch die passive Kommunikation ist schließlich Bestandteil des Social Networkings.
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